GIPFELBLICKE
                    © Erich Arndt
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    Die höchsten natürlichen Erhebungen in den ehemaligen Bezirken der DDR BERLIN     
Geografie: Die   Müggelberge    sind   ein   bewaldeter   Hügelzug   im   Südosten   Berlins   im   Bezirk Treptow-Köpenick.   Sie   werden   durch   den   Kleinen   und   den   Großen   Müggelberg dominiert.   Entstanden   ist   der   Höhenzug   im   Eiszeitalter.                                      Unsere Anfahrts- und Aufstiegsroute: V on   der   Stadt   Beelitz   aus   folgten   wir   auf   gutem   Radweg   der   B   2   bis   Michendorf. Von   dort   aus   geht’s   auf   Landstraßen   bis   Großbeeren   weiter.   Nach   der   Umfahrung der   B   101,   führt   der   weitere   Weg   entlang   des   Mauerwegs   in   den   Berliner   Stadtteil Neukölln.    Von    dort    geht    es    weiter    über    Köpenick    in    die    Müggelberge.    Der Berggipfel   liegt   1,4   km   vom   Müggelturm   entfernt.   Ein   letzter   Anstieg   führt   über einen   beschilderten,   gut   gangbaren   Pfad   auf   die   dicht   bewaldete   Kuppe,   auf   der   seit 2008 eine Gipfelkreuz-Beschriftung auf den höchsten Punkt Berlins verweist. Unsere Abfahrtsroute: Wie Auffahrt. Anstrengung: Leichte Tour. Ausrüstung: Wander- bzw. Radlerausrüstung. Gefahren: Keine. Bemerkungen: I n    der   DDR    erfolgte    die    Höhenangabe    mit    115,4   Metern,    wobei    nicht    bekannt    ist,   wann   diese   Messung   erfolgte   und   auf   welches   Bezugssystem   sie   sich   bezog.   2006 führte    das   Vermessungsamt   Treptow-Köpenick    eine    Neuvermessung    durch    und ermittelte    eine    Höhe    von    114,70   Metern    über   Normalhöhenull,    der    seit    2000    in   Deutschland    anzuwendenden    Bezugshöhe.     Auf    dem    Gipfelkreuz    sind    jedoch 114,80 m angegeben.
Letzte Aktualisierung: 30.05.2018
  im Kontext der Geschichte
Im Reisetagebuch geblättert (Donnerstag, 24.05.2018)                                                                                            Schöne Aussicht auf Berlin 
Mountain Hiker Potsdam Potsdam Ost-Berlin Ost-Berlin Frankfurt Frankfurt Halle Halle Leipzig Leipzig Cottbus Cottbus Erfurt Erfurt Suhl Suhl Gera Gera Karl-Marx-Stadt Karl-Marx-Stadt Dresden Dresden
Blick vom Müggelturm auf den Großen Müggelberg Die Auffahrt auf Berlins Höchsten hat geklappt Unsere Tagesetappe Ländliche Idylle auch Kühe? - auch Kühe! Gedenkturm für die Schlacht 1813 bei Großbeeren Hier stand einmal die Berliner Mauer Ein Stück fahren wir den Mauerweg entlang Die Berliner Stadtgrenze ist erreicht Zum Müggelturm gehts um die Ecke Er ist wieder auferstanden aus dem Verfall Blick vom Großen Müggelturm ...und noch ein Gipfelblick vom Müggelturm Der höchste Punkt von Berlin Unser Quartier am Kleinen Müggelsee: Neu Helgoland Seefahrt im Hausboot - bequemer geht es nicht Badestrand am Kleinen Müggelsee So schööön kann Berlin sein
Der   Sinn   des   Reisens   ist,   an   ein   Ziel   zu   kommen   –   unser   heutiges geografische    Ziel    ist    der    Große    Müggelberg    im    Berliner    Bezirk Treptow-Köpenick.   Die   Übernachtung   in   der   Spargelstadt   Beelitz, im    Hotel    Stadt    Beelitz,    war    perfekt,    sodass    Brigitte    und    ich ausgeruht   und   gut   versorgt   gegen   8:00   Uhr   in   die   Pedalen   treten. Auch   der   Mai-Sommer   hält   an.   Entlang   der   B   2   geht   es   auf   gutem Radweg   über   Seddin   nach   Michendorf. Von   dort   aus   führt   unser Weg übers    Land.    Die    Dörfer    Saarmund,    Nudow,    Schenkenhorst    und Sputendorf   werden   passiert.   In   Großbeeren   sind   31   km   abgespult. Am   Gedenkturm   für   die   Schlacht   bei   Großbeeren   wird   ein   Fotostopp eingelegt.      Nach      dem      Denkmal      zur      Erinnerung      an      die Kolbenschlacht “   bei   Hagelberg,   das   Brigitte   und   ich   gestern   im Fläming    besucht    haben,    begegnen    wir    nun    Napoleons    Spur    ein weiteres    Mal.    Geschichtlicher    Hintergrund:    Am    23.    08.    1813 schlugen       hier,       bei       Großbeeren,       die       preußisch-russischen Koalitionstruppen   unter   General   Bülow   die   französischen   Truppen und    ihre    sächsischen    Verbündeten.    Damit    wurde    Berlin    vor    der Besetzung    durch    Napoleon    bewahrt.    Wir    Sachsen    standen    mal wieder auf der falschen Seite! Unsere   weitere   Tour   folgt   dem   Verlauf   der   B   101.   Kurz   vor   der Berliner   Stadtgrenze   ist   jedoch   Schluss   –   Verbot   für   Radfahrer!   Über einen   unbefestigten   Pfad   geht   es   weiter   bis   zum   Mauerweg.   Das   ist jener Abschnitt,   an   dem   einst   die   Berliner   Mauer   stand.   Gegen   11:30 Uhr   rollen   die   Räder   durch   Berlin-Neukölln.   In   einem   Supermarkt werden   Getränke   geordert,   dann   steuern   Brigitte   und   ich   Köpenick an.    Der    Fluss    Dame    wird    über    die    Lange    Brücke    passiert.    Ein Seitenblick   geht   hinüber   zum   Schloss   Köpenick.   Eine   Erinnerung aus   Studententagen   wird   wach:   Mit   meinem   Freund   Lenzi   hatte   ich das   Kunstgewerbemuseum   im   Schloss   besucht.   Die   Speisekarte   im Gartenlokal gab nichts her, sodass zur Torte ein Bier bestellt wurde. Beinah    unvermittelt    steigen    die    von    der    Eiszeit    geschaffenen Müggelberge   aus   der   Urbanisierung   Köpenicks   auf.   Sie   sind   alter historischer   Grund   und   Boden,   denn   schon   in   vorslawischer   Zeit, einer    Epoche,    in    der    es    noch    keine    Burgen    gab,    waren    die Müggelberge    die    naturgebaute,    wasserumgürtete    Feste,    die    von germanischen   Stämmen   bewohnt   wurde.   Der   Sumpf   war   ihr   Schutz und der Wald ihr Haus. Wir   treten   in   die   Pedalen,   als   es   dem   Gehölze   zugeht.   Der   erste Anlaufpunkt   ist   der   Kleine   Müggelberg   (88   m).   Auf   seiner   Kuppe steht   der   knapp   30   m   hohe   Müggelturm.   Das   zu   DDR-Zeiten   sehr bekannte   Restaurant   zu   seinen   Füßen   schloss   mit   der   Wende.   Zwei Jahrzehnte   Verfall    und    Stillstand    folgten    -    nicht    ganz    unschuldig waren   dabei   die   Treuhand   und   der   Berliner   Senat.   Im   Jahr   2014 begann   ein   neuer   Investor   mit   der   denkmalgerechten   Sanierung   von Lokal   und   Turm.   Nun   ist   das   Bauwerk   wieder   ein   Schmuckstück. Arndts   entrichten   2   €   p.   P.   (Ermäßigung   für   Rentner)   und   stapfen   126 Stufen   bis   zur   Aussichtsplattform   hinauf.   Der   Aufstieg   lohnt   sich, denn     es     gibt     einen     genialen     Rundblick     über     die    Wald-     und Seenlandschaft   der   Region   bis   hin   zur   Stadtsilhouette   von   Berlin. Auf   die   Einkehr   in   die   Müggelturm-Baude “   wird   verzichtet.   Die Preise sind extrem hoch: 1 Pilsner (0,33 L) 4,00 €!
Die   Geschichte   der   Müggeltürme “   ist   nicht   uninteressant,   deshalb eine   kurze   Chronologie:   Das   erste   Bauwerk   wurde   1880   errichtet   und hieß    Spindlerturm,    benannt    nach    Carl    Spindler,    dem    Eigentümer einer   Köpenicker   Wäscherei   und   Färberei.   Aufgrund   seiner   geringen Höhe     von     lediglich     10     m     hatte     man     von     diesem     hölzernen Aussichtsturm     noch     keinen     schönen     Fernblick.     Carl     Spindler beauftragte   neun   Jahre   später   den Architekten   Max   Jacob   und   ließ   für 40.000   Mark   den   Turm   im   chinesischen   Pagodenstil   erweitern.   Die Eröffnung   des   nunmehr   27   m   hohen   Holzaussichtsturms   fand   1890 statt.    Ein    Besuchermagnet    entstand.    Im    Jahr    1945,    als    sich    die sowjetische Armee   Berlin   näherte,   wurde   der Turm   zum   militärischen Objekt   erklärt   und   diente   als   Funkturm   und   Beobachtungsposten.   Vor der Ankunft   der   anrückenden Truppen   sollte   der   Spindlerturm   wie   die benachbarte    Bismarckwarte    gesprengt    werden.    Der   Turm-Gastwirt Walter   Wichelhaus   verhinderte   jedoch   die   Zerstörung,   indem   er   die Leitungsdrähte   der   Sprengladung   zerschnitt.   Nach   dem   Krieg   gab   es wieder   auf   dem   Kleinen   Müggelberg   eine   Gaststätte   für   Besucher. Als   Betreiber   firmierte   die   HO   Köpenick.   Der   Turm   allerdings   war baufällig   geworden   und   musste   im   Jahr   1957   gesperrt   werden.   Ein Jahr   später   brannte   das   Bauwerk   nach   Schweißarbeiten   vollständig ab.    Ein    neuer    Turm,    an    gleicher    Stelle,    sollte    entstehen.    Die Bevölkerung    engagierte    sich    mit    freiwilligen    Aufbaustunden    und einer    großen    Spendenbereitschaft.    Am    6.    Oktober    1959    war    die Grundsteinlegung,   zehn   Monate   später   feierte   man   Richtfest   und   in der   Silvesternacht   1961   fand   die   Eröffnung   statt.   Das   war   der   dritte Müggelbergturm:   29,61   m   hoch,   gebaut   in   Stahlbetonskelettbauweise mit    neun    Geschossen    und    einer    Plattform,    die    über    eine    Treppe erreichbar war. Unsere   Tour   geht   in   östliche   Richtung   1,4   km   über   Waldwege   weiter. Bald   ist   Stille   um   uns   her.   Auf   der   linken   Seite   wird   ein   mit   einer Kuppel    gekrönter    Bau    sichtbar.    Beim    31    m    hohen    Turmstumpf handelt   es   sich   um   den   unvollendeten   Fernsehturm   Müggelberge. Als mit   dem   Bau   1954   begonnen   wurde,   hat   man   übersehen,   dass   der geplante   130   m   hohe   Turm   eine   Gefahr   für   den   Luftverkehr   zum Flughafen   Berlin-Schönefeld   sein würde.   Im   Dezember   1955   gab   es schließlich      einen      Baustopp.      Die      Stasi      hatte      dennoch      eine Verwendung   und   nutzte   den   Stumpf   als   Abhöranlage.   Heute   dient   er der   Telekom   als   Richtfunkmast   und   trägt   eine   Radarkuppel   auf   seiner Spitze.   Nach   67   km   sind   die   Radler   am   geografischen   Ziel,   dem Gipfelkreuz     auf     dem     114,70     m     hohen     Großen     Müggelberg, angekommen.   Ein   Zielfoto “   wir   erstellt,   dann   geht   es   abwärts   zum Hotel   Neu   Helgoland,   das   am   Ufer   des   Kleinen   Müggelsees   liegt.   Die Tagesetappe   endet   um   14:20   Uhr   nach   72   km.   Das   nach   einem   Brand neu     aufgebaute     Haus     mit     Restaurant     ist     ein     idealer     Ort     der Entspannung.   Wir   checken   ein,   beziehen   ein   geräumiges   Zimmer, genießen ein Bier und legen eine Ruhestunde ein. Ein   Geheimtipp   in   unmittelbarer   Nähe   von   Neu-Helgoland   ist   der Badestrand,   den   Brigitte   und   ich   bei   einem   Spaziergang   entdecken. Ebenso   kann   man   im   italienischen   Restaurant   Trottoria   di   Mare ,   das direkt   am   Ufer   liegt,   gut   essen.   Der   Tag   klingt   mit   einem   Glas   Wein und dem Krimi aus der TV-Serie „ Wolfsland “ aus.