© Erich Arndt
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Gunnbjorns Fjeld Gunnbjorns Fjeld  Pico del Teide Pico del Teide
         PICO DEL TEIDE
3.718 m
Geografie: Spaniens   höchster   Gipfel   befindet   sich   auf   der   Kanarischen   Insel   Teneriffa .   Als noch   halbaktiver   Vulkan   ragt   der   Pico   del   Teide    direkt   3.718   m   aus   dem   Meer empor.   Vom   Gipfel   sieht   man   alle   Kanarischen   Inseln   und   mit   guter   Sicht   sogar Afrika.       Unsere Aufstiegsroute: Die   Normalroute   beginnt   etwa   2   km   entfernt   von   der   Seilbahnstation   ab   Parkplatz Canadas   an   der   Nationalparkstraße.      Sie   führt   über   die   Ostflanke   an   den   Huevos del   Teide   (Teide-Eier)   vorbei   über   die   Montana   Blanca   (Weiße   Berge)   bis   zur Berghütte   Refugio   de   Altavista.   Von   dort   dem   gekennzeichneten   Weg   folgend geht es zum Gipfel.  Unsere Abstiegsroute: Seilbahn. Anstrengung: Mittelschwere Bergtour (T2 – T3) durch eine farbenfrohe Vulkanlandschaft. Ausrüstung: Wanderausrüstung und Wetterschutzkleidung. Gefahren: Nicht     an     die     Höhe     gewohnte     Bergwanderer     können     sehr     leicht     an     der Höhenkrankheit      erkranken.   Es   geht   in   wenigen   Stunden   von   Meereshöhe   auf über 3.500 m. Bemerkungen: Für   die   Besteigung   des   Gipfels   ist   eine   Genehmigung   erforderlich,   die   man   über das   Internet   oder   im   Büro   der   Nationalparkverwaltung      erhält.      Die   Erlaubnis   mit einem   Zeitfenster   von   zwei   Stunden   wird   kostenlos   erteilt,   falls   die   Bedingungen auf     dem     Gipfel     eine     Besteigung     erlauben     und     das     Kontingent     für     den entsprechenden Zeitraum noch nicht erschöpft ist.
Letzte Aktualisierung: 22.12.2016
Um   6:00   Uhr   liegt   die   Insel   Teneriffa   noch   in   dunkler   Nacht,   als Brigitte     und     ich     aufstehen.     Nach     einer     Erfrischung     und     dem Bergsteigerfrühstück   werden   die   Rucksäcke   verladen,   die   Tour   mit dem    Twingo    zum    Praque    Nacional    del    Teide,    beginnt.    Die    frühe Stunde    hat    den    Vorteil,    dass    die    60 km    lange    Strecke    fast    ohne Verkehr   ist.   Nach   der   Südautobahn   geht   es   geradewegs   hinauf   zum Nationalpark.   Die   Landschafts-   und   Vegetationsformen   ändern   sich mit    zunehmender    Höhe.    Aus    der    Urbanisation    geht    es    in    einen Kiefernwald,   dann   in   eine   vulkanische   Mondlandschaft.   Nur   wenige Ginsterbüsche   setzten   grüne   Farbtupfer   in   die   rot,   braun   und   schwarz leuchtenden   Schlackefelder   des   elliptischen   Kessels   der   Canadas.   Der Ausgangspunkt   der   Bergtour   auf   einer   Höhe   von   2.362 m   ist   nach einer   Autostunde    erreicht.    Die    Sachsen    schnüren    die    Bergschuhe, schnallen    die    Rucksäcke    fest    und    starten    um    8:30    Uhr.    1.356 Höhenmeter   liegen   vor   uns   –   ein   hartes   Stück   Arbeit.   Das   Wetter   ist den   Bergsteigern   gewogen:   Die   Sonne   scheint,   es   ist   windstill,   die Luft   ist   frisch,   das   Gefühl   befreiend.   Der   Weg   der   ersten   Stunde   führt bis    zu    den    Huevos    del   Teide .    Diese    sogenannten   Teide-Eier    sind riesige   rundliche   Brocken   aus   Lavagestein.   Der   Pfad   führt   über   hart gefrorene   Schneefelder   und   über   Geröll.   An   den   Teide-Eiern   legen Brigitte      und      ich      eine      Trinkpause      ein,      denn      ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist beim Wandern in großen Höhen eine Pflicht. Die   Montana   Blanca,   die   Weißen   Berge,   benannt   nach   den   hellen scharfkantigen   Steinen   mit   hohem   Bimssteinanteil,   werden   nach   der Rast    passiert.    Der    nächste   Abschnitt    wird    deutlich    anstrengender. Durch    dunkles    Lavageröll    schlängelt    sich    ein    serpentinenartiger      vereister    Pfad    in    die    Höhe.    Die    Luft    wird    dünn,    die    Atmung intensiver.    Durch    die    Vereisung    sind    keine    Trittspuren    sichtbar, entsprechend   schlecht   ist   die   Orientierung   im   Gelände.   Gegen   10:45 Uhr   wird   erneut   gerastet,   dann   geht   es   in   kurzen   Schritten   weiter bergauf.   Eine   weitere   Stunde   verstreicht.   Zur   Mittagszeit   legen   die Bergwanderer   eine   dritte   Rast   ein,   essen   und   trinken.   Vom   Gipfel   ist nichts    zu    sehen,    dem    Auge    zeigen    sich    nur    Schneefelder    und Lavageröll.   Die   Berghütte   Refugio   de   Altavista   taucht   auf.   Sie   ist nicht   bewirtschaftet,   bietet   jedoch   in   einem   zugänglichen   Raum   einen Getränkeautomaten.    Brigitte    genehmigt    sich    einen    Becher    heiße
Schokolade    –    das    ist    Service    auf    3.270 m    Höhe!    Der    letzte Abschnitt   zieht   sich   über   drei   Stunden   hin.   Die   Sachsen   folgen   den Spuren   im   Schnee   und   steigen   hinter   der   Hütte   steil   empor.   Der Gipfel   taucht   auf,   doch   er   kommt   nicht   näher.   Meine   Frau   und   ich haben   den   Weg   verfehlt,   uns   verstiegen,   kommen   weder   an   einer Kontrollstation   noch   an   einem   Parkwächter   vorbei.   Die   fehlende Akklimatisation   fordert   ihren   Tribut.   Brigitte   hält   das   Tempo   nicht durch,     muss     pausieren,     um     den     Körper     mit     Sauerstoff     zu versorgen.   Ich   eile   voran,   um   den Weg   zu   finden,   doch   das   war   ein Fehler.    In    der    steilen    schneebedeckten    Felslandschaft    verlieren sich   die   Bergwanderer   für   etwa   20   Minuten   aus   den   Augen.   Ich rufe,    gehe    zurück    und    halte    von    einer   Anhöhe   Ausschau.    Die bangen   Minuten   enden,   als   das   weiße   Mützchen   wieder   auftaucht. Nachdem   die   strapaziöse   Passage   überwunden   ist,   folgen   wir    einer Gruppe,    die    zum    Gipfel    zieht.    Brigitte    und    ich    traversierten unterhalb   des   Kraters   ein   Schneefeld   und   erreichen   den   direkten Aufstiegsweg zum Krater. Noch   sind   ca.   150   Höhenmeter   zu   erklimmen.   Die   Zeit   bekommt ein anderes Maß! Mit   großer   Energie   wird   jeder   Schritt   dem   Körper   abgerungen.   Die letzten   Meter   trage   ich   zwei   Rucksäcke.   Um   15:15   Uhr   stehen meine   Frau   und   ich   auf   Spaniens   höchstem   Berg.   Der   3.718 m hohe   Pico   del   Teide   ist   erklommen.   Sechs   Stunden   dauerte   der Aufstieg.   Brigitte   hat   sich   selbst   besiegt   –   ich   bin   sehr   stolz   auf sie.   Dass   man   im   wahrsten   Sinn   des   Wortes   auf   einem   Vulkan sitzt,    ist    spürbar.    Aus    Spalten    entweichen    ätzend    riechende Schwefeldämpfe.   Der   Gipfelblick   währt   eine   Viertelstunde.   Mit einem   Glücksgefühl   geht   es   zur   Seilbahnstation   hinunter   und   dann mit   der   Gondel   den   Berg   hinab.   Kurios:   Sechs   Stunden   dauert   der Aufstieg   und   nur   10   Minuten   die   Abfahrt.   Die   Wanderung   findet nach    weiteren    2 km    Fußmarsch    zum   Auto    ein    Ende.    Gelassen steuere   ich   den   Twingo   aus   der   Sonne   des   Nationalparks   durch   die Wolken,    die    den    Kiefernwald    umschweben,    in    den    sonnigen Süden.     In     Playas     de     Las     Américas     genießen     Arndts     die Annehmlichkeiten     der     Zivilisation:     Dusche,     Swimmingpool, Abendbüfett und Wein.
Im Reisetagebuch geblättert (Sonnabend, den 26.03.2011)                                                                                                             Von der Küste auf Spaniens Höchsten
Vogelblick auf Teneriffa Blick auf den Pico del Teide Nach anstrengender Bergtour sind wir am Ziel Das Fotomotiv: Roque Cinchado und Teide Unsere Aufstiegsroute Es geht 1.368 Höhenmeter hinauf Schritt für Schritt geht es empor Rast an den Huevos del Teide (Teide-Eier) Im oberen Teil geht es über Schotter und Lavablöcke Die Berghütte Refugio de Alavista ist erreicht Der Gipfel kommt in Sicht Blick in den elliptischen Kessel der Canadas
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