GIPFELBLICKE
                    © Erich Arndt
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   ROSTOCK
Geografie: Der   Piekberg    ist   die   höchste   Erhebung   der   Ostseeinsel   Rügen .    Zu   DDR-Zeiten gehörte   die   Anhöhe   zum   Bezirk   Rostock.   Der   Berg “   hebt   sich   aus   seiner   direkten Umgebung   durch   geringe   Höhendifferenzen   kaum   ab.   Er   befindet   sich   in   einem Waldgebiet   im   nordöstlichen Teil   der   Halbinsel   Jasmund,   etwa   3 km   südwestlich   der Stubbenkammer im Nationalpark Jasmund.                             Unsere Anfahrtsroute: Von    Sassnitz    fahren    wir    etwa    6,0    km    entlang    der    Landstraße    303    in    Richtung Hagen.   Vor   dem   Großparkplatz   an   der   Stubbenkammerstraße   führt   ein   etwa   2   km langer   Wander-   und   Reitweg   in   das   Buchenwaldgebiet   der   Stubnitz   hinein.   Der Gipfel liegt unweit eines Reitweges.   Unsere Abfahrtsroute: Nachdem   die   Pfade   verlassen   sind   fahren   wir   ein   Stück   über   die   Landstraße   303   und folgen   dann   einer   maroder   Bitumenstraße   bis   zur   Gaststätte   an   der Viktoriasicht.   Bis zum    Aussichtspunkt    muss    gelaufen    werden.    Nach    Sassnitz    geht    es    über    die Landstraße 303 kräftesparend bergab. Anstrengung: Mittelschwere  Tour wegen der Anstiege. Ausrüstung: Wander- bzw. Radlerausrüstung. Gefahren: Keine. Bemerkungen: Entsprechend   der   Nationalparkordnung   ist   es   verboten,   die   ausgewiesenen   Rad-   und Fußwege zu verlassen. Bei Verstoß droht ein Bußgeld!  
Letzte Aktualisierung: 13.07.2018
  im Kontext der Geschichte
Im Reisetagebuch geblättert (Freitag, 06.07.2018)                                                                                            Im Nationalpark Jasmund unterwegs 
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Die höchsten natürlichen Erhebungen in den ehemaligen Bezirken der DDR
 Blick auf die Stubnitz mit dem Piekberg (Pfeil) Der Gipfel des Piekberges
Die     bisherigen     8     Etappen     von     Leipzig     bis     Greifswald     waren       zusammen    630    km    lang.    Am    heutigen    Tag    sollen    noch    einige Kilometer   dazukommen,   denn   der   letzte   Abschnitt   bis   Sassnitz   und der     Besuch     des     Nationalparks     Jasmund     mit     seinen     berühmten Kreidefelsen   und   lauschigen Wäldern   in   denen   sich   auch   der   Piekberg, die   höchste   Erhebung   des   ehemaligen   DDR-Bezirks   Rostock   befindet, ist unser Ziel. Die   Wetterlage   hat   sich   etwas   verändert.   Der   Himmel   ist   bewölkt   und die   Temperaturen   sind   gesunken.   Ab   7:00   Uhr   lassen   wir   uns   das Frühstück   im   Hotel   Adler   in   Greifswald   schmecken,   dann   geht   es   auf die   Piste.   Entlang   der   alten Alleenstraße   nach   Stralsund   fahren   Brigitte und   ich   über   die   Orte   Mesekenhagen   und   Reinberg   zum   Fährhafen nach    Stahlbrode.    Die    Überfahrt    zur    Insel    Rügen    dauert    nur    10 Minuten.    Nun    geht    es    quer    auf    sehr    unterschiedlichen    Straßen, Fahrradwegen   und   Pfaden   über   die   Insel   bis   nach   Sassnitz.   Die   ersten Orte,    die    passiert    werden    heißen    Losentitz,    Freudenberg,    Zudar, Wendorf   und   Garz.   In   der   ältesten   Stadt   Rügens   steht   auf   meinem Kilometerzähler   die   Zahl   31.   Die   folgenden   10   km   bis   nach   Kasnevitz geht   es   auf   einer   verkehrsreichen   Alleenstraße,   die   aus   Krimlinden besteht,    weiter.    Bis    Putbus    rollen    unsere    Räder    auf    einem    guten Radweg.   Nach   der   Durchquerung   der   Stadt   geht   es   verkehrsberuhigt ein    Stück    an    der    Strecke    des    Rasenden    Rolands     entlang    bis    nach Viervitz    und    Zirkow.    Der    nächste    Abschnitt    führt    über    grobes Kopfsteinpflaster   und   später   über   Sandwege.   Nach   stressigen   4   km   auf der   stark   befahrenen   Landstraße   293   ist   Prora   erreicht.   Bis   Sassnitz steht   ein   Fahrradweg   zur   Verfügung.   Die   Versorgung   wird   in   einem REWE-Makt   gesichert.   Gegen   13:00   Uhr   checken   Brigitte   und   ich   in der   Pension   Lenz   in   der   Hauptstraße   41a   in   Sassnitz   ein   und   beziehen das   Zimmer   9.   Der   Hunger   und   der   Durst   werden   gestillt,   dann   geht’s     eine   Stunde   in   die   Horizontale.      Nach   der   Ruhestunde   radeln   wir   auf der    L    303    nach    Jasmund.    Die    Höhenmeter    der    Strecke    sind    bald geschafft.    Kurz    vor    der    Ortschaft    Hagen    führt    ein    Wander-    und Reitweg    in    die    Wälder    der    Stubnitz    hinein.    Um    die    Landschaft ganzheitlich    zu    verstehen,    muss    man    ihre    Geschichte    kennen.    Im Nationalpark    Jasmund,    der    1990    gegründet    wurde,    finden    sich Zeugnisse          verschiedener          Epochen          der          Erd-          und Menschheitsgeschichte.   Das   Spektrum   reicht   von   Milliarden   Jahren alten   Gesteinen,   die   von   eiszeitlichen   Gletschern   aus   Skandinavien verschoben   wurden,   über   die   70   Millionen   Jahre   alte   Rügener   Kreide mit   ihren   Fossilien   und   Feuersteinen   bis   zu   den   Bodendenkmälern   aus frühgeschichtlicher    Zeit.    Das    Gebiet    wurde    während    der    letzten Eiszeit   von   Inlandgletschern   geformt.   Sie   stauchten   die   im   Untergrund anstehende     Kreide     und     ältere     eiszeitliche     Schichten     zu     einem Höhenrücken   auf.   Die   höchste   Stelle,   der   Piekberg,   ragt   heute   161   m über    die    Ostsee    hinaus.    Bekannter    jedoch    ist    der    118    m    hohe Felsvorsprung    des    Königsstuhl,    ein   Wahrzeichen    der    größten    Insel Deutschlands.   Vor   etwa   14.000   Jahren   endete   die   Vergletscherung   im
Gebiet   Rügens.   Der   Naturraum   veränderte   sich. Vor   etwa   6.000   Jahren stieg   der   Meeresspiegel   auf   sein   heutiges   Niveau   an.   Hochgebiete   wie Jasmund   wurden   zu   Inseln.   Durch   die   abtragende Wirkung   von Wellen und      Strömungen      entstanden      Steilufer,      die      bis      heute      das Landschaftsbild prägen. Am    25.    Juni    2011    erkannte    die    UNESCO    die    wertvollsten    alten Buchenwälder    Deutschlands    als    Weltnaturerbe    an    –    Jasmund,    mit seinem   naturbelassenen   hundertjährigen   Buchenwäldern,   gehört   dazu. Da   der   Gipfel   des   Piekberges   etwas   abseits   der   touristischen   Pfade liegt,   darf   er   nicht   betreten   werden.   Ein   Ranger   und   der   Revierförster von    Jasmund    Rico    Markmann    wachen    auf    die    Einhaltung    der Ordnung.   Unter   den   gegebenen   Umständen   käme   die   Beschreibung einer     Gipfelbesteigung “     einer     Selbstanzeige     gleich.     Ungeachtet dessen   gibt   es   im   World   Wide   Web   Informationen   und   Bilder,   die   ich bei    meiner    Recherche    gefunden    habe:   Vor    etwa    einhundert    Jahren dachte     man     darüber     nach,     auf     dem     Piekberg     einen     Ausguck aufzustellen   und   den   umliegenden   Wald   zu   fällen.   Dieser   Gedanke wurde    dann    glücklicherweise    wieder    fallen    gelassen.    Heutzutage findet    man    auf    dem    höchsten    natürlichen    Punkt    der    Insel    einen Markierungsstein   als   Geodätischen   Festpunkt   und   einen   Metallpfosten vor.     Abwegige      Besucher     haben     zusätzlich     noch     ein     kleines Gipfelkreuz   aus   Ästen   errichtet   und   es   gab   auch   welche,   die   mit   dem Fahrrad    da    waren.    Nach    der    Wanderung    entlang    eines    Reitweges radeln   wir   zur   Victoriasicht.   Der   letzte   etwa   300   m   lange   Abschnitt wird   zu   Fuß   zurückgelegt,   denn   Radfahren   ist   hier   verboten.   An   der Gaststätte    in    der    Senke    werden    die    Bikes    abgestellt.   Von    der    nur wenige   Hundert   Meter   vom   Königstuhl   entfernten   Victoriasicht   gibt es      einen      einzigartigen      Ausblick      auf      den      Königstuhl,      die Kreidesteilküste   und   auf   die   See.   Hier   genossen   schon   König Wilhelm IV    von    Preußen    und    seine    Gattin    Victoria    den    Blick    auf    den Königsstuhl   und   die   Kreidesteilküste.   Ein   Gedenkstein   erinnert   daran. Im   Gegensatz   zum   Betreten   des   Königstuhls   (9,50   €!)   kostet   der   Blick von   der Victoriasicht   keinen   Cent!   Etwas   weiter   oben   findet   man   noch einen    weiteren    sehr    guten    Foto-    und    Aussichtspunkt.    Übrigens mussten   die   Rügener   Herrscher   längst   vergangener   Zeiten,   so   erzählt die      Sage,      diesen      Felsen      von      der      Meeresseite      erklimmen. Wahrscheinlich   hat   der   weithin   bekannte   Felsen   aber   seine   Namen vom   schwedischen   König   Carl   den   XIII,   der   1715   auf   einen   Stuhl sitzend,   eine   Seeschlacht   seiner   Flotte   gegen   die   Dänen   befehligte. Unser   Besuch   zur   späten   Tagesstunde   hat   den   Vorteil,   dass   es   kaum Touristen   gibt,   die   einem   die   Sicht   versperren   und   die   Ruhe   stören. Gegen    18:00    Uhr    radeln    Brigitte    und    Erich    zurück    nach    Sassnitz. Unsere    Tagesetappe    endet    beim    Kilometerstand    88.    Nach    dem Abendessen     wird     bei     einem     Glas     Wein     das     Fußball     WM Viertelfinalspiel   Brasilien   gegen   Belgien   (1:2)   gesehen,   dann   endet dieser ereignisreiche Tag.
Etappenplan von Greifswald nach Sassnitz Blickfang am Straßenrand Auf dem Weg nach Stahlbrode zur Fähre In 10 Minuten gehts über den Strelasund nach Rügen Deutschlands größte Insel ist erreicht Berg- und Talfahrt in Jasmund Buchenwald in der Stubnitz Stillleben auf dem Piekberg Trigonometrischer Punkt auf dem Piekberg Blick von der Viktoriasicht zum Königsstuhl Keine Angst: der Austritt ist TÜV geprüft Die Viktoriasicht kostet keinen Cent Impressionen an der Kreideküste bei Sassnitz Kreiseküste bei Sassnitz